(Vintage-)Makro-Motive im Herbst

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(Vintage-)Makro-Motive im Herbst

Fr, 06/11/2020 - 23:30
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HERBST – eine tolle Zeit für die (Vintage-)Makrofotografie!

Im Herbst bereiten sich in unseren Breiten die Pflanzen auf die längere Ruhephase des Winters vor. Nährstoffe werden aus den Blättern in die Äste, Sprossen und Wurzeln verlagert. Die Folge: Viele derjenigen Blätter, die abgeworfen werden, färben sich vorher um. Das Grün des Sommers weicht vor allem gelben und roten Farbtönen.
Und mittendrin in diesem Feuerwerk von Blattfarben strotzen weiterhin vereinzelte Blüten den sinkenden Temperaturen und immer kürzer werdenden Tageslängen.

Diese letzen Blüten und das sich verfärbende Laub sind zu dieser Jahreszeit attraktive Motive – sowohl für die klassische Makrofotografie als auch für die Vintage-Makrofotografie, also die Makrofotografie mit vielen Jahrzehnte alten Objektiven.

Hier zeige ich eine kleine Bildauswahl, die ich heute Nachmittag überwiegend mit alten Projektionsobjektiven erstellt habe – wenige Meter vor meiner Haustüre auf nur ebenso wenigen Quadratmetern. Solche Makromotive findet man zur Zeit an vielen, häufig unscheinbar wirkenden Stellen; man muss nur genau hinschauen... :-).

Liebe Grüße

Roland
 

Französischer Ahorn (Acer monspessulanum) – der Französische Ahorn kann sich gelb oder rot verfärben, je nach genetischer Veranlagung. Hier haben sich bereits viele Blätter gelb verfärbt, während einzelne noch grün sind.

Sony A7R III; Dallmeyer Projection 1.5/50mm; Blende 1.5; 1/125s; ISO 100
 

Französischer Ahorn (Acer monspessulanum) – gelb verfärbtes Blatt.

Sony A7R III; Dallmeyer Projection 1.5/50mm; Blende 1.5; 1/800s; ISO 100

Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum) – diese auf trockenen Böden wachsenden Nelken blühen von Mitte Sommer bis weit in den Herbst hinein und bieten langrüsseligen Insekten wie dem Taubenschwänzchen oder anderen Falterarten auch am Ende der Vegetationsperiode noch nahrhaften Nektar.

Sony A7R III; Dallmeyer Projection 1.5/50mm; Blende 1.5; 1/160s; ISO 100

Blutroter Storchschnabel (Germanium sanguineum) – auch diese Pflanze hat ihren Blüh-Höhepunkt im Hochsommer, schiebt aber wie hier bis weit in den November hinein noch Einzelblüten.

Sony A7R III; Dallmeyer Projection 1.5/50mm; Blende 1.5; 1/500s; ISO 100

Blutroter Storchschnabel (Germanium sanguineum) – der Übergang von der Blüte zur Frucht, dem sogenannten "Storchschnabel". Rechts im Hintergrund noch letzte Blütenblätter einer späten Blüte.

Sony A7 III; Angénieux Paris St-Heand AX Type 75 105-110mm; Blende 1.5; 1/200s; ISO 100
 

Blutroter Storchschnabel (Germanium sanguineum) – im Herbst verfärben sich die Laubblätter dieses Storchschnabels "blutrot". Häufig stehen die von weitem sichtbaren Blätter aufrecht und können so sehr schön fotografiert werden.

Sony A7R III; Wollensak Cinema Raptar 1.9/100mm; Blende 1.5; 1/100s; ISO 100


Blutroter Storchschnabel (Germanium sanguineum) – ab Oktober leuchten die im Sommer grünen Laubblätter des Blutroten Storchschnabels im Gegenlicht feuerrot.

Sony A7R III; Wollensak Velostigmat 1.5/50mm; Blende 1.5; 1/400s; ISO 100

Roland Günter ist Betreiber von Makrotreff und Herausgeber von MAKROFOTO. Der Dipl. Forst-Ingenieur betreibt die Makrofotografie hauptberuflich und verwaltet ein umfangreiches biologisch-wissenschaftliches Bildarchiv.

Der Kern seiner Arbeit liegt in der Dokumentation biologischer Vielfalt. Zu diesem Themenkomplex werden seit vielen Jahren seine Fotos und Reportagen im In- und Ausland in vielen gängigen Zeitschriften und Buchproduktionen publiziert.

Kommentare

Profile picture for user Erich Müller

Welch ein Glück, er ist nicht in den Weiten der Hard- und Software EDV verschollen!

Herzlich Willkommen zurück, lieber Roland,

und dann noch mit einer fotografischen Malerei hoch drei (das reimt sich sogar *grins*) in sieben Akten.
Wirklich super schöne Aufnahmen hast Du hier eingestellt, meine absoluten Favoriten sind die ersten Beiden, ich mag die Farbe Gelb.
Ja, Du hast vollkommen recht, diese Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz, die Farbpracht ist manchmal überwältigend.

Liebe Grüße

Erich
 

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Ja und die hochdosierten Stimmungen, die haben es mir angetan, da sind wohl die Oldies die erste Wahl, wobei es offenbar Fotomotive gibt, wofür eben besser die modernen Obis geeigneter sind.

Wenn ich es aber mal rein rechnerisch betrachte, dann habe ich ja fast das zehnfache an Vintage Objektiven zur Verfügung, bis ich dagegen was zu bezahlen habe um ein wertiges modernes Obi bekomme.

Darüber hinaus kann ich sagen, dass ich durch die Verwendung der Oldies gezwungen wurde, die Systematik der Begriffe ISO, Blende, Zeit usw usw so zu kapieren, dass es angekommen ist.

Liebe Grüße Sigi

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