Hainschwebfliege

Abbildungsmaßstab etwa 1:2, APS-C (alpha 6300), Polfilter, ISO1600, Blende 8, 1/2000, Entwickeln, Entrauschen, etc. in Darktable.

Kommentare

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ADMIN

Hallo Rob,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Zum Foto:

Diese Schwebfliege hast Du wunderbar erwischt. Die Schärfe liegt exakt auf ihr, und die 1/2000s Verschlusszeit ist kurz genug, um ihre Eigenbewegung vollständig zu stoppen. Aufgrund der niedrigen Perspektive (Augenhöhe!) wird der Betrachter ins Geschehen hineingezogen; das macht das Bild intensiv. Man hat das Gefühl, man sei zusammen mit der Schwebfliege in ihrem Lebensraum zwischen den Blättern, zwischen denen sie umherfliegt.

Das Bild wirkt recht düster. Einerseits erhält es dadurch eine leicht mystische Wirkung. Andererseits stellt sich jedoch die Frage, welche Zusatzinformation diese Wirkung liefert. Der Lebensraum ist nicht mystisch, und sie fliegt auch nicht beispielsweise in der Dämmerung, sondern bei vollem Tageslicht. Deshalb würde ich das Foto über alle Werte hinweg um mindestens einen halben bis einen Blendenwert aufhellen. Wichtig dabei ist, dass durch diese nachträgliche Aufhellung die hellen Bereiche auf dem Körper nicht zu hell werden, also nicht ausfressen. Hierauf unbedingt achten.

Zur Biologie:

Zur Zeit legen die Schwebfliegen ihre Eier ab. Ich vermute mal, Du hast sie bei der Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz fotografiert. Wahrscheinlich waren irgendwo auf der Pflanze, durch deren Blätter sie fliegt, Blattläuse. In deren Nähe liegt sie verteilt kleine, cremfarbene, längliche Eier auf die Blätter, aus denen wenige Tage später die Larven schlüpfen. Sie kriechen dann zu den nahen Blattläusen und lassen es sich schmecken :-) – dies ist der Aufbau eines Nahrungsnetzes, an dem viele verschiedene Tierarten beteiligt sind. Hochspannend!

Du siehst, Du hast ein Foto mit einer tollen Bildaussage erstellt. Klasse!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Makronist

Schönen Abend Roland

danke für die wertvollen Tipps und biologischen Hintergrundinformationen! Danke auch dafür, dass Du Dir die Mühe machst, auf so viele Fotos von Makronisten einzugehen, um uns weiter zu helfen!

Das Zusammenspiel verschiedener Tier- und Pflanzenarten und das natürliche Gleichgewicht was Mutter Natur, ohne festgesetzten Plan, so unglaublich stimmig ermöglicht, ist etwas, was mich immer mehr berührt und beeindruckt. Obwohl ich seit meiner Kindheit viel Zeit in der Natur verbringe, weis ich noch recht wenig über solche Zusammenhänge und möchte dazulernen. Oh ja, hochspannend!

Beim Thema Belichtung ist es ähnlich. Licht ist ja oft ein knappes Gut im Makrobereich und da habe ich noch meine Probleme. Der Polfilter hat bei Sonnenlicht seine Vorteile, nimmt aber leider auch Licht aus dem Spiel. Viele meiner bisherigen Makrobilder sind wohl zu dunkel.

Insekten im Flug finde ich besonders spannend. Seit Wochen versuche ich, ein Foto einer gut belichteten Hummel hinzubekommen, die genau auf mich zu fliegt. Bisher ohne Erfolg. Langsam sind die Lavendelblüten hier so weit, dass sich die Hummeln dafür interessieren. Vielleicht klappt es ja an dieser Pflanze. Ich werde mir Makrofoto Ausgabe 5 bestellen und bin gespannt auf die Bearbeitung dieses Themas.

Herzliche Grüße

Rob

 

 

 

 

 

 

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