Ich bin draussen

Als neues Mitglied bin ich vorsichtig halt nur ein Bild.

 

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ADMIN

Hallo Anton,

herzlich willkommen bei Makrotreff! 

Ein Rotbuchenkeimling kurz nach dem Sprengen der Bucheckerhülle – ein tolles Frühjahrsmotiv.

Du hast das Foto bei einem sehr homogenen Licht gemacht. Dadurch werden die Farben angenehm neutral wiedergegeben und es kommt zu keinen hellen Ausreißern. Und trotzdem befindet sich im Hintergrund ein Lichtfleck, der eine gewisse Dynamik ins Bild bringt. Die Stimmung im Bild entspricht derjenigen eines typischen Waldbodens. Sieht gut aus :-).

Folgende Punkte spreche ich genauer an:

Perspektive

Du hast den Hauptmotiv-Keimling von schräg oben fotografiert. Dadurch kommen einerseits die Keimlinge mit auf das Bild, die hinter ihm stehen. Andererseits besteht der gesamte sonstige Bildhintergrund aus Unschärfen des Waldbodens.

Wenn Du mit der Kamera noch etwas tiefer nach unten gehst, kommen bei 60mm Brennweite weiter entfernt liegende Dinge mit in die Hintergrundunschärfen hinein, gegebenenfalls auch größere Bäume und Himmel. Die Blende 2.8 verhindert, dass sie zu scharf abgebildet werden und dadurch vom Hauptmotiv ablenken.
Andererseits bringt mehr Hintergrund aber auch mehr Tiefe ins Bild. Und: Der Bildbetrachter befindet sich noch mehr auf "Augenhöhe" mit dem Haupt-Protagonisten, dem Buchenkeimling; er fühlt sich so, als läge er auf dem Waldboden, ganz nahe beim Keimling. Das schafft Nähe.

Bei einer niedrigeren Perspektive sollten die Hintergrund-Keimlinge ebenfalls im Bild bleiben, so wie oben. Die zeigen, dass der Protagonist nicht alleine im Wald steht :-). 

Schärfe

Du hast mit der Blende 2.8 fotografiert. Diese offene Blende reicht nicht ganz aus, um die aus der Bucheckerhülle springenden Keimblätter samt Hülle komplett scharf abzubilden. Die Punktschärfe liegt zwar optimal, aber sowohl der vordere als auch der hintere Bereich der Blätter bzw. Bucheckerhülle befinden sich vor bzw. hinter der schmalen Schärfeebene – und sind damit leicht unscharf.
Hier fehlt nicht viel. Bereits ein Abblenden um eine Blendenstufe hätte wahrscheinlich ausgereicht, das gesamte Hauptmotiv in die Schärfe zu bekommen. Und diese eine Blendenstufe hätte den Hintergrund noch ausreichend unscharf dargestellt – insbesondere, wenn bei niedrigerer Perspektive (siehe den Punkt oben) weiter entfernte Strukturen wie Bäume o.Ä. mit ins Bild gekommen wären.

Mit der Wahl der Blende sollte man immer deren Auswirkung auf den Hintergrund im Blick haben; er sollte keinesfalls zu unruhig werden und dadurch vom Hauptmotiv ablenken. Das ist Dir oben im Bild gut gelungen. Umgekehrt sollte aber die gewählte Blende ausreichende Schärfe für das Hauptmotiv liefern. Dies ist der ständige Kompromiss, den ein Makronist eingehen muss. Häufig helfen Vergleichsfotos bei der Entscheidung, wo der Kompromiss in einer gegebenen Situation am besten liegt.


Alles in Allem ein tolles Frühlingsmotiv mit einem freundlichen, homogenen Licht!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"

Roland

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