Durstige Hornisse

Diese Hornisse kam immer wieder am Biotop vorbei um zu trinken. Meist ist sie ganz geschickt auf Wasserpflanzen gelandet und konnte von dort aus wieder gut abfliegen. Dieses mal ging es schief. Sie rutsche ins Wasser und musste die Flügel ein wenig trocken schütteln, um den Abflug zu schaffen. Ich war drauf und dran ihr zu helfen, aber sie meinte, dass sie schon klar kommt und ich doch mein Foto machen könnte. So war es und sie flog in diesem Moment davon.

Kurze Brennweiten im Nahbereich/Makrobereich sind ein spannendes Thema. Die Umgebung wird automatisch mehr einbezogen. Je nach Brennweite sind moderatere Abbildungsmaßstäbe hierbei angebracht, um das Objektiv nicht komplett an das Motiv halten zu müssen. Mangels Alternativen (in diesem Moment) habe ich das 16-50 Kit-Objektiv auf 16mm an der Naheinstellgrenze gestellt. Bereits mit einem 10mm Zwischenring wäre die Situation (mit einem ABM von 1:1,5) nicht mehr ablichtbar gewesen. Natürlich liefert das Kit-Objektiv bei Offenblende an der Naheinstellgrenze kein gutes Ergebnis, aber zum Testen war es durchaus geeignet. Im Weitwinkel-Makro-Bereich muss man wohl kreativ werden. So zumindest meine ersten Erfahrungen ;-). Bei Brennweiten zwischen etwa 12mm und 24mm, muss man gut überlegen, ob und wann es die Naheinstellgrenze (eines regulären Weitwinkel-Objektivs), eine Nahlinse oder ein dünner Zwischenring sein darf. Abhängig von der Bildidee eröffnen sich aber viele spannende Möglichkeiten. Weit bin ich noch nicht gekommen ;-)

ABM etwa 1:6,5, APS-C, 1/4000s, f/3,5, ISO1250, 5:4 + gut 15 % Beschnitt

 

 

Kommentare

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Makronist

Hallo Rob,

das ist wirklich ein hochspannendes Experiment! Da komme ich direkt auf völlig neue Bildideen! Wenn diese Kombination von Nahaufnahme plus umgebenden Lebensraum funktionieren könnte, das wäre der Hammer. Bin mir bloß unsicher, ob es fototechnisch möglich ist, das Hauptmotiv bei diesem Ansatz makrofotografisch blitzsauber abzulichten. Hmmm. Oder könnte es doch funktionieren?  Ach, erst einmal egal: Klasse Idee, danke für´s Einstellen und für die Inspiration!!! Tolles Bild!

Beste Grüße

Ingo

 

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Makronist

Hallo Ingo,

neue Wege sind immer spannend! Freut mich, dass dich der Beitrag anspricht! 

Also das funktioniert auf jeden Fall, zumindest wenn man nicht unbedingt auf 1:1 gehen möchte. Bei einem 15mm-Objektiv bist du bei einem Vollformat-Sensor bei 1:1 ABM eigentlich genau an der Linse. Ein UV-Filter hat dann keinen Platz mehr und wie soll da Licht reinkommen? Somit sind der Sache schon Grenzen gesetzt :-). Nahlinsen oder dünne Zwischenringe (leider gibt es für mein System keine 5mm-Variante) sind aber schon möglich. Bei einem kleineren Sensor (APS-C oder MFT) und 18-20mm Brennweite kann auch ein 10mm Zwischenring noch halbwegs praktikabel sein. 

Unabhängig von der technischen Umsetzbarkeit ist die Bildidee, die Bildaussage und die Komposition jedoch eine weitere große Herausforderung. Beispielsweise kann man bei kurzen Brennweiten bei größeren Insekten, wie Libellen auch alles scharf bekommen, also auch den Hintergrund, wenn man stark abblendet (und viel Licht hat). Ohne Freistellung sollte der HG dann aber mehr als gut zum Tier passen ;-). Es ist schon alles kompliziert ;-)

Schöne Grüße

Rob

 

 

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Makronist

Hallo Rob, Weitwinkel-Makros sind tatsächlich ein ganz eigenes Metier. Nicht einfach, kann aber spannend sein. Deine aus dem H2O startende Hornisse ist ein sehr schönes Beispiel hierfür. Gefällt mir sehr gut!

 

Schöne Grüße

Uli

P.S. Kennst du das 15mm LAOWA Macro? Vor einiger Zeit habe ich selbst mal damit experimentiert, aber an die Königsdiziplin (Insekten) habe ich mich nicht gewagt (bei 1:1 ist der Nahabstand gerade mal 5 mm). Aber bei 1:2 könnte man schon was damit machen...

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Makronist

Hallo Uli,

danke für deinen Kommentar! Sehr spannend, deine Weitwinkelmakros mit dem einzigen hierfür gebauten Glas zu sehen! Das Laowa 15mm ist mir schon bekannt aber ich habe mich für 12mm f/2 und 17mm f/1,4 entschieden (auch aufgrund weiterer Erwägungen zum Objektiv-Sortiment) und versuche mit Nahlinsen und/oder Zwischenringen näher ran zu kommen. Der Bereich von 17-20mm scheint mir am APS-C Sensor ein guter Kompromiss zu sein, um mit ABMs zwischen 1:2 und 1:10 arbeiten zu können. Ich denke schon, dass das Laowa das deutlich bessere Objektiv ist, aber die f/4 und der noch kürzere Arbeitsabstand hat mich für den Moment davon absehen lassen. Laowa hat noch ein 15mm f/2 mit ABM 1:2. Kostet schon einiges, ist aber aus meiner Sicht noch interessanter. Wie du schon schreibst, ist 1:1 bei dieser Brennweite sowieso meist unpraktikabel.

Wo residierst du eigentlich im Süden? Vielleicht bekommen wir ja mal einen Makro-Nachmittag hin. Das Laowa würde ich gern mal ausprobieren und habe mittlerweile bestimmt auch ein Glas mit E-Mount oder Adapter am Start, dass dich interessieren könnte ;-)

Schöne Grüße aus Augsburg

Rob

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MOD

Hallo Rob!

Ein spannendes Thema und ein klasse Bild, das Du  da eingestellt hast. Ich stelle es mir nicht leicht vor alles gekonnt unter einen Hut zu bekommen. Aber ich sehe auch die besonderen  Gestaltungsmöglichkeiten, die sich bei dieser Art der Makrofotografie ergeben können. Da bin ich doch gespannt auf mehr, Rob!

Liebe Grüße

Gabi

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MOD

Hallo Rob,

es ist mir schon klar, dass ich mit 25mm beim Cooke im weitwinkeligen Bereich unterwegs bin.;-)   Aber ich finde da vergleichst du Äpfel mit Birnen. Beim Cooke mit Offenblende ist mein HG nicht zu vergleichen mit dem eines modernen Weitwinkelobis. Das sieht man sehr schön bei deinem gelungenen Bild oben. Hier ist das Umfeld klar und gut zu erkennen, verläuft nach hinten in ganz anderer Unschärfe und läßt dadurch noch einmal mehr den Lebensraum des Insektes wirken. Dies sähe nach meiner Meinung  bei der Verwendung des Cooke  ganz anders aus. :-) Da ich  Makros bisher meist nur mit 60, 100 und 150 mm gemacht habe  ist mir dieses Gebiet gänzlich unbekannt. Ich hab dies mit einem modernen Weitwinkel noch nicht probiert. Deshalb empfinde ich es als spannendes Thema.

Liebe Grüße

Gabi

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Makronist

Hallo Gabi,

danke für den Austausch! Hast auf jeden Fall Recht. Der Vergleich hinkt. Das Cooke hat zwar auch einen weiten Blick aber eben, wie du schreibst, einen ganz anderen. Zudem wird es in anderen Situationen und wohl auch aus anderen Gründen aufgeschraubt.

Allerdings konnte ich mich durch das kleine Cooke schonmal an die Brennweite und die damit verbundenen Arbeitsabstände gewöhnen. Ich fand das hilfreich. Mein 17mm f/1,4 (siehe neues Bild)  ist genauso lichtstark wie das Cooke, aber löst den Hintergrund sehr weich auf.

Wie geschrieben lässt sich auch mit einem Kit-Objektiv der Bereich etwas erkunden. Vielleicht hast du ja noch irgendeine andere kurze Festbrennweite vorliegen. Am Vollformat kann z.B. bei einem 24mm auch ein 10mm Zwischenring Sinn machen. Bei MFT und APS-C geht bei deutlich über 20mm etwas der weite Blick verloren. Mit macht es auf jeden Fall große Freude, den weiten Blick im Nahbereich zu erkunden.

Liebe Grüße

Rob

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Makronist

Hallo Rob,

die hast Du super erwischt. Gut, dass sie den Absprung wieder geschafft hat. Eine Weitwinkelaufnahme ist mal etwas anderes zur Abwechslung. Klasse!

Liebe Grüße

Inga

 

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Makronist

Hallo Inga,

dankeschön! Ich hätte ihr natürlich geholfen, wenn sie nicht zurecht gekommen wäre. Lange hätte ich mir das Gestrample nicht mehr angesehen. Hornissen sind jedoch stolze und schlaue Tiere und finden gern selbst eine Lösung. Ich wollte ihr ja auch nicht unterstellen, dass sie nicht zurecht kommt und sie am Schluss damit noch verärgern. Hihi.

Schöne Grüße

Rob

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