Im Licht

Frühes Morgenlicht im Wald. Exclusive Beleuchtung für ein einzelnes Blatt. Die Lichtstimmung machte mich optimistisch für den Tag. Variante 2 berücksichtigt die Anregungen von Roland bzgl. Bildbearbeitung.

Olympus 55mm f/1.2, Offenblende

Kommentare

Profile picture for user Flora1958
MOD

Hallo Volker,

ja das kann ich verstehen. :-) Das Olympus hat im Hintergrund feine Licht- Strukturen gezeichnet . Das Blatt ist wunderbar durchleuchtet und bildet den Scheidepunkt von Hell zu Dunkel.Mir gefällt das sehr gut.

Liebe Grüße

Gabi

Profile picture for user Wolffslicht
Makronist

Hallo Volker,

ich bin sehr angetan von Deinem Bild. Eigentlich nur eine kurze Momentaufnahme, Licht fällt auf das braune Blatt,aber Du hast es sehr stimmungsvoll in die Zusammenhänge von Hell und Dunkle gesetzt, wie Gabi schon schreibt. 

lg

wolffslicht

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Volker,

ich habe mir dieses Foto von Dir bereits mehrmals und für jeweils längere Zeit angeschaut. Es wurde bereits Einiges dazu geschrieben. Hier nun ein paar weitere Gedanken zu diesem interessanten Foto.

Solche Reduktionen sind sehr interessant; mit ihnen können viele "Inhalte" transportiert werden, und gleichzeitig regen sie die Phantasie des Bildbetrachters enorm an.

Folgende Aspekte möchte ich noch tiefgehender ansprechen, die insbesondere die Bildbearbeitung betreffen:

Bildbearbeitung:

Hauptmotiv ist das aufrecht stehende Blatt. Sein besonderer Reiz – und damit Blickfang – liegt im sonnendurchfluteten Teil. Dorthin muss somit:

  • die möglichst hohe Schärfe
  • die möglichst hohen Kontraste
  • die perfekte Belichtung.

Die Belichtung passt. Aber hinsichtlich Schärfe und Kontraste kann in dieser Situation das Olympus 1.2/55mm deutlich mehr leisten – vorausgesetzt, das eingesetzte Objektiv ist frei von Fehlern und verfügt über fotooptische Bestwerte (Referenzklasse). Das Blatt (Hauptmotiv!) würde deutlich an Wirkung und damit an Anziehung für den Bildbetrachter gewinnen, wenn sowohl Schärfe als auch Kontraste etwas höher währen. Hierbei zählen bereits Nuancen!

Nun hast Du aber die Möglichkeit, im zweiten Schritt noch etwas rauszuholen – also bei der Bildnachbearbeitung. Versuche vorsichtig, sowohl die Kontraste als auch die Schärfe etwas hochzuziehen – die Schärfe möglichst nur partiell auf dem Blatt, die Kontraste über das gesamte Bild (insbesondere die Mikrokontraste und die mittleren Kontraste, wenn Du das selektieren kannst). Denn auch das Bokeh kann etwas mehr Kontraste vertragen.

Ausgewogenheit im Bild

Den zweiten Punkt, den ich ansprechen möchte, nenne ich mal "Ausgewogenheit". Was meine ich damit?

Der untere rechte Bildbereich ist sehr dunkel – so dunkel, dass kaum Strukturen erkennbar sind. Es handelt sich fast um ein – ich übertreibe! – Schwarzes Loch im Bild. Hier liegt also eine stärkere Unausgewogenheit hinsichtlich des Lichts im Bild vor. Beim Betrachten lande ich irgendwie immer wieder in diesem schwarzen Bereich und komme nur schwer wieder dort heraus :-).

Versuche, so etwas bereits bei der Erstellung des Fotos zu erkennen. Wenn es dort tatsächlich aufgrund von Schatten (zu) dunkel ist, lässt sich das zwar oft erste einmal nicht ändern, aber beispielsweise durch das Dort-Hinziehen von helleren Blättern erhält man schnell ein paar hellere Strukturen in diesen Unschärfen, sodass dieser "Schwarze-Loch-Effekt" abgemildert wird; auch hier zählen oft Nuancen.

Die zweite Möglichkeit liegt natürlich in der nachträglichen Aufhellung. Diese wird aber nur sehr unbefriedigende Verbesserung bringen, weil dadurch eigentlich nur alles etwas hellgrauer wird – ohne weitere Differenzierungen.

Nun habe ich viel geschrieben, was den Anschein erwecken könnte, es würde an diesem Bild viel nicht passen. Dem ist nicht so. Es ist, wie oben schon gesagt, ein sehr attraktives Bild, als Ergebnis einer tollen Bildidee!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht" 

Roland

Profile picture for user Volker Becker
Makronist

Hallo Roland,

herzlichen Dank für Deine sehr detaillierte und lehrreiche Bildbesprechung. Da habe ich einiges zu verinnerlichen, damit ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Deine Anregungen in der Bildbearbeitung habe ich versucht umzusetzen (siehe 2. Variante des Bildes) und hoffe, dass ich nicht über das Ziel hinausgeschossen bin. Der Mangel an Schärfe liegt wohl nicht am Objektiv sondern an einer ungenauen Fokussierung meinerseits. Insgesamt hast Du mir viele Anregungen gegeben, um nach ähnlichen Motiven Ausschau zu halten und dann beim Fotografieren es etwas besser zu machen.

Liebe Grüße

Volker

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Hallo Volker,

ja das kann ich verstehen. :-) Das Olympus hat im Hintergrund feine Licht- Strukturen gezeichnet . Das Blatt ist wunderbar durchleuchtet und bildet den Scheidepunkt von Hell zu Dunkel.Mir gefällt das sehr gut.

Liebe Grüße

Gabi

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Hallo Volker,

ich bin sehr angetan von Deinem Bild. Eigentlich nur eine kurze Momentaufnahme, Licht fällt auf das braune Blatt,aber Du hast es sehr stimmungsvoll in die Zusammenhänge von Hell und Dunkle gesetzt, wie Gabi schon schreibt. 

lg

wolffslicht

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Hallo Volker,

ich habe mir dieses Foto von Dir bereits mehrmals und für jeweils längere Zeit angeschaut. Es wurde bereits Einiges dazu geschrieben. Hier nun ein paar weitere Gedanken zu diesem interessanten Foto.

Solche Reduktionen sind sehr interessant; mit ihnen können viele "Inhalte" transportiert werden, und gleichzeitig regen sie die Phantasie des Bildbetrachters enorm an.

Folgende Aspekte möchte ich noch tiefgehender ansprechen, die insbesondere die Bildbearbeitung betreffen:

Bildbearbeitung:

Hauptmotiv ist das aufrecht stehende Blatt. Sein besonderer Reiz – und damit Blickfang – liegt im sonnendurchfluteten Teil. Dorthin muss somit:

  • die möglichst hohe Schärfe
  • die möglichst hohen Kontraste
  • die perfekte Belichtung.

Die Belichtung passt. Aber hinsichtlich Schärfe und Kontraste kann in dieser Situation das Olympus 1.2/55mm deutlich mehr leisten – vorausgesetzt, das eingesetzte Objektiv ist frei von Fehlern und verfügt über fotooptische Bestwerte (Referenzklasse). Das Blatt (Hauptmotiv!) würde deutlich an Wirkung und damit an Anziehung für den Bildbetrachter gewinnen, wenn sowohl Schärfe als auch Kontraste etwas höher währen. Hierbei zählen bereits Nuancen!

Nun hast Du aber die Möglichkeit, im zweiten Schritt noch etwas rauszuholen – also bei der Bildnachbearbeitung. Versuche vorsichtig, sowohl die Kontraste als auch die Schärfe etwas hochzuziehen – die Schärfe möglichst nur partiell auf dem Blatt, die Kontraste über das gesamte Bild (insbesondere die Mikrokontraste und die mittleren Kontraste, wenn Du das selektieren kannst). Denn auch das Bokeh kann etwas mehr Kontraste vertragen.

Ausgewogenheit im Bild

Den zweiten Punkt, den ich ansprechen möchte, nenne ich mal "Ausgewogenheit". Was meine ich damit?

Der untere rechte Bildbereich ist sehr dunkel – so dunkel, dass kaum Strukturen erkennbar sind. Es handelt sich fast um ein – ich übertreibe! – Schwarzes Loch im Bild. Hier liegt also eine stärkere Unausgewogenheit hinsichtlich des Lichts im Bild vor. Beim Betrachten lande ich irgendwie immer wieder in diesem schwarzen Bereich und komme nur schwer wieder dort heraus :-).

Versuche, so etwas bereits bei der Erstellung des Fotos zu erkennen. Wenn es dort tatsächlich aufgrund von Schatten (zu) dunkel ist, lässt sich das zwar oft erste einmal nicht ändern, aber beispielsweise durch das Dort-Hinziehen von helleren Blättern erhält man schnell ein paar hellere Strukturen in diesen Unschärfen, sodass dieser "Schwarze-Loch-Effekt" abgemildert wird; auch hier zählen oft Nuancen.

Die zweite Möglichkeit liegt natürlich in der nachträglichen Aufhellung. Diese wird aber nur sehr unbefriedigende Verbesserung bringen, weil dadurch eigentlich nur alles etwas hellgrauer wird – ohne weitere Differenzierungen.

Nun habe ich viel geschrieben, was den Anschein erwecken könnte, es würde an diesem Bild viel nicht passen. Dem ist nicht so. Es ist, wie oben schon gesagt, ein sehr attraktives Bild, als Ergebnis einer tollen Bildidee!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht" 

Roland

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Makronist

Hallo Roland,

herzlichen Dank für Deine sehr detaillierte und lehrreiche Bildbesprechung. Da habe ich einiges zu verinnerlichen, damit ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Deine Anregungen in der Bildbearbeitung habe ich versucht umzusetzen (siehe 2. Variante des Bildes) und hoffe, dass ich nicht über das Ziel hinausgeschossen bin. Der Mangel an Schärfe liegt wohl nicht am Objektiv sondern an einer ungenauen Fokussierung meinerseits. Insgesamt hast Du mir viele Anregungen gegeben, um nach ähnlichen Motiven Ausschau zu halten und dann beim Fotografieren es etwas besser zu machen.

Liebe Grüße

Volker

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