Suchende Schlupfwespe

Hier handelt es sich wohl um Habrocampulum biguttatum, eine Schlupfwespe, aus der 45 Arten starken Unterfamilie Anomaloninae. Diese relativ große Schlupfwespe ist mir seit dem Sommer öfter auf sonnigen Wiesen in Waldnähe begegnet. Mit ihrem zart schwebenden und tanzenden Flug mit hängenden Beinen sticht sie aus der Masse der Fluginsekten ziemlich heraus. Ganz fleißig wurden immer wieder Wiesen abgesucht nach Raupen des Kiefernspanners (oder auch anderen Raupen), die sie parasitiert und/oder auch auf der Suche nach Blattläusen, um etwas Honigtau zu naschen. Einige Minuten gleitet das Tier knapp oberhalb oder zwischen den Halmen, um sich dann schlagartig auf bis zu 5 Meter zu erheben. Offenbar verschafft sie sich einen Überblick und überlegt, wo ihre nächste Suchrunde beginnt. Ich hatte viel Freude bei der Beobachtung und bei sonnigem Wetter war das Tier immer zuverlässig im Habitat anzutreffen. Trotz vieler Begegnungen konnte ich nur wenige brauchbare Aufnahmen ergattern.

ABM etwa 1:4, APS-C, 1/4000s, f/4, ISO800, Laowa Makro 65mm, Reflektor (am Objektiv), Beschnitt auf 5:4 + knapp 10%

 

Kommentare

Profile picture for user Anton Koch
Erstellt von Birgit Heymer (nicht überprüft) on So, 10/10/2021 - 21:09 Permanenter Link

Hallo Rob,

da ist dir ja wieder eine außergewöhnliche Flugaufnahme gelungen und wieder mit der Schärfe am richtigen Platz. Danke für's Zeigen und für deine interessante Beschreibung.

Liebe Grüße von

Birgit

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ADMIN

Hallo Rob,

hier hast Du Habrocampulum biguttatum bei einer für sie typischen Verhaltensweise dokumentiert: beim Abfliegen einer Wiese. Die Schärfe sitzt gut, die relativ niedrige Perspektive sorgt für etwas Bildtiefe.

GRATULATION zu diesem TOP-Foto!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht" 

Roland

Profile picture for user Ingo Heymer
Makronist

Hallo Rob,

Treffer - gratuliere! Ich habe vorgestern die blaugrüne Mosaikjungfer im Flug erwischt, sogar scharf, aber leider zu weit weg (man müsste ca. 40 % beschneiden, dann würde es passen). Während meiner Bemühungen musste ich immer an dich denken nach dem Motto: Was hat der Kerl für ein Durchhaltevermögen! Die Libelle ist mehrfach in 20 cm Abstand um mich rumgeflogen, hat mir sekundenlang im Flug stillstehend in die Augen geschaut, ABER: Gerade, wenn man soweit ist und abdrücken will, fliegt sie weiter. Deine Flugaufnahmen sind klasse, Rob, muss man erst einmal hinbekommen!

Liebe Grüße

Ingo

Profile picture for user Rob
Makronist

Hey Ingo,

vielen Dank für deine Zeilen! Es ist nicht unbedingt Durchhaltevermögen ... ich mache das einfach gern und versuche, besser darin zu werden und die jeweiligen Muster im Flugverhalten mehr zu erkennen. Mir graust es schon vor dem Winter und ich befürchte, ich muss dann mal mit einer fliegenden Wintermücke ums Eck kommen ;-) 

Ja sehr cool, dass du dich auch an der Mosaikjungfer versucht hast und auch ein Bild hast. Je nach Verwendung sind doch 40% Beschnitt auch mal noch ok. Für einen kleineren Ausdruck reicht das bestimmt. Lange sind sie nicht mehr unterwegs aber bei Sonne und über 12 Grad fliegen manche Exemplare noch bis in den November hinein. Für eine gewisse Zeitspanne haben die Männchen immer wieder Stellen in der Luft, an denen sie während der Revierkontrolle anhalten. Ich stelle alle Parameter dann auf den zunächst imaginären Punkt in der Luft ein und kann den HG bereits sehen. Den Rest würde ich mit vor und zurück Bewegungen des Körpers/Kopfes absolvieren und länger durchdrücken wenn das Fokus-Peaking anschlägt. Vorfokussierten auf Bildbreiten von 20-40cm macht meist Sinn. Vielleicht bist du da die Tage bei Sonne nochmal an deiner Libellenstelle ... 

Bis bald!

Rob

Profile picture for user Flora1958
MOD

Lieber Rob,

Entstehungsgeschichte zum Bild, Erklärung der Verhaltensweise und das Bild selbst haben die Auszeichnung mehr als verdient. Gratuliere zum Top-Foto! Ich lese Deine weiterführenden Zeilen immer wieder gerne.

Liebe Grüße

Gabi

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Makronist

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die herzlichen Zeilen! Dass große Teile des Tieres parallel zum Sensor liegen war natürlich Glück. Die Blende musste wegen des HGs her. Wie wir alle ja oft erfahren rutscht im Gras quasi immer etwas ungewollt in die Schärfe. Die Herausforderung war, einen Moment zu erwischen, in dem nicht allzu viele Halme in der Nähe sind und bei f/4 etwas Freistellung möglich ist. Bei freiem Flug hätte ich lieber f/5,6 bis f/8 verwendet und wegen des HGs eigentlich lieber f/0,95 (habe ich gar nicht ;-). Diese Blende war dann der Kompromiss und das Objektiv zeigt zwischen f/4 und f/8 glücklicherweise auch die beste Schärfe.

Schöne Grüße

Rob

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